Übungsleiterpauschale – So sparen Sie Steuern!

→ Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuern sparen!


Sparen Sie Steuern – Durch die Übungsleiterpauschale!

Sowohl die Übungsleiterpauschale als auch die Ehrenamtspauschale dienen dazu, das Ehrenamt zu stärken und gemeinnützigen Organisationen Planungs- und Rechtssicherheit zu geben.

Nutzen Sie die Übungsleiterpauschale für Ihre Steuerplanung! Wie das geht und wen das betrifft, verraten wir Ihnen in diesem Artikel:

Was ist die Übungsleiterpauschale?

Die Übungsleiterpauschale zählt laut Einkommensteuergesetz zu den steuerbegünstigten Einnahmen. Übungsleitertätigkeiten sind nebenberufliche (!) Tätigkeiten für eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts, z. B. Schulen, Berufskollegs, Volkshochschulen, Sportvereine.

Sie betrifft Tätigkeiten, die nebenberuflich als Ausbildungsleiter (Übungsleiter), Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder einer vergleichbaren Tätigkeit ausgeübt werden, sowie künstlerische Tätigkeiten, die Pflege behinderter, kranker oder alter Menschen, gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Tätigkeiten.

Derzeit (März 2013) beträgt die Übungsleiterpauschale 2.400 Euro. Das bedeutet, dass diese Einnahmen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements bis zu einem Betrag von 2.400 Euro steuer- und sozialabgabenfrei bleiben.

Welche Tätigkeiten sind als nebenberuflich anzusehen?

Als nebenberuflich gilt eine Tätigkeit dann, wenn sie höchstens einem Drittel der üblichen Zeit einer Volltageskraft entspricht.

Für die nebenberufliche Tätigkeit spielt es keine Rolle, ob die Tätigkeit selbstständig oder unselbstständig ausgeübt wird oder ob zusätzlich ein Hauptberuf ausgeübt wird. Dies betrifft z. B. Rentner, Schüler, Studenten oder Hausfrauen bzw. Hausmänner.

Außerdem können mehrere Tätigkeiten nebeneinander ausgeübt werden. Insgesamt sind jedoch nur 2.400 Euro einkommensteuerbefreit.

Werden gemischte Tätigkeiten ausgeübt, die nur teilweise der Steuerbefreiung unterliegen, wird die Steuerbefreiung nur für den Anteil gewährt, der steuerlich begünstigt ist.

Übungsleiterpauschale

Steuern sparen mit der Übungsleiterpauschale

Wer kann die Übungsleiterpauschale steuermindernd absetzen?

Im Folgenden sind begünstigte bzw. nicht-begünstigte Tätigkeiten aufgeführt, jeweils einzeln für Ausbilder bzw. Übungsleiter, Betreuer, künstlerische Tätigkeit sowie Pflege alter, kranker bzw. behinderter Menschen.

Ausbilder, Übungsleiter

Ein Ausbilder bzw. Übungsleiter vermittelt anderen Menschen durch persönlichen Kontakt Fertigkeiten, Fähigkeiten oder Kenntnisse. Die Vermittlung von Allgemeinwissen zählt bereits zur Ausbildung und betrifft z. B. handwerkliche Fähigkeiten.

Grundlage ist die pädagogische Tätigkeit.

Begünstigt sind folgende Schwerpunkte:

  • Arzt im Behindertensport,
  • Ausbildung in gemeinnützigen Anstalten,
  • Ballettlehrer,
  • Chorleiter,
  • Coronarsport-Trainer,
  • Erste-Hilfe-Kurse,
  • Ferienbetreuer,
  • Lehrbeauftragte an Schulen und Volkshochschulen,
  • Mallehrer,
  • Musiklehrer,
  • Mütterberatung,
  • Orchesterdirigent,
  • Organistentätigkeit,
  • Pflegeschulunterricht,
  • Prüfungstätigkeit bei Steuerberaterexamen (obwohl es sich um einen geschlossenen Kreis an Prüflingen handelt – Ausnahme, da die Prüfung im öffentlichen Interesse liegt),
  • Prüfungstätigkeit, Mitwirkung bei Staatsprüfungen und selbständiger Arbeit,
  • Richterbetreuung von Referendaren,
  • Schauspielausbilder,
  • Schwimm-Unterricht,
  • Sporttrainer,
  • Stadtführer (nicht eindeutig geklärt, aber immer dann, wenn Auftraggeber die Stadt ist,
  • Tanzlehrer,
  • Tanzpädagoge,
  • Zahnarzt im Rahmen des Arbeitskreises Jugendzahnpflege.

Nicht begünstigt sind folgende Tätigkeiten:

  • Ausbildung von Tieren (z. B. Rennpferden oder Diensthunden),
  • Autoren, die Fachartikel schreiben,
  • Diskussionsleiter z. B . im Auftrag des Bundes,
  • Gerätewart,
  • Haushaltshilfe, soweit nicht gleichzeitig Pflegerin,
  • Hausmeister in Schulen in diesen Funktionen,
  • Kassierer,
  • Küchenmitarbeiter,
  • Lektoren,
  • Patientenfürsprecher,
  • Platzwart,
  • Prädikanten,
  • Prüfungstätigkeit, bei dem die Prüflinge einen geschlossenen Kreis bilden (Ausnahme siehe oben: Steuerberaterprüfung),
  • Prüfungstätigkeit, Mitwirkungen bei Hochschulprüfungen und nicht-selbständiger Tätigkeit,
  • Putzfrau,
  • Rettungsschwimmer,
  • Sanitätshelfer,
  • Statisten, sofern keine künstlerische Tätigkeit vorliegt (es muss eine gewisse Gestaltungshöhe erreicht werden),
  • Versichertenältester,
  • Vorstandsmitglied von Vereinen,
  • Zeitschriftenverteiler.

Dieser Personenkreis ist jedoch dann begünstigt, wenn eine der nicht begünstigten Tätigkeiten zusätzlich zu einer begünstigten Tätigkeit ausgeübt wird.

Betreuer

Unter Betreuern versteht man Menschen, die direkt, persönlich bzw. pädagogisch auf die von ihnen betreuten Personen einwirken.

Das gilt laut Kommentarmeinung und Gesetzesmaterialien allerdings nicht für Betreuer als staatlicher Beistand der Rechtsfürsorge (nach § 1896 ff. BGB.), weil es an der persönlichen Betreuung im Sinne der Pflege mangele.

Künstlerische Tätigkeit

Künstlerische Tätigkeiten, die von begünstigten privaten oder öffentlichen Krankenkassen bezahlt werden, sind dann begünstigt, wenn sie in Altenheimen, Pflegeheimen, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen ausgeübt werden.

Der Künstler muss jedoch diese künstlerische Tätigkeit selber oder in Gemeinschaft ausüben.

Nicht begünstigt sind jedoch das Organisieren von beispielsweise Ausstellungen oder das Verfassen bzw. Vortragen von Rundfunkessays.

Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen

Diese nebenberuflichen Tätigkeiten sind begünstigt:

  • Altenhilfe, z. B. Hilfe bei der Wohnungs- und Heimplatzbeschaffung, Fragen zur Inanspruchnahme altersgerechter Dienste,
  • Altenpflege allgemein,
  • Bahnhofsmission (nebenberufliche Mitarbeiter, sofern sie Pflege- und Betreuungsleistungen erbringen; der Anteil wird geschätzt),
  • Dauerpflege,
  • Ersthelfer,
  • Ambulante Pflegedienste (z. B. Unterstützung bei der Grund- und Behandlungspflege, Einkäufe, Schriftverkehr, häuslichen Verrichtungen),
  • Rettungssanitäter.

Dagegen sind nicht begünstigt:

  • Haushaltshilfen (außergewöhnliche Belastungen),
  • Notarzt (hauptberuflich immer Arzt).

Wie sieht die Steuerbefreiung genau aus?

Einnahmen bis 2.400 Euro

Seit 2007 sind von der Einkommensteuer bzw. Sozialversicherung befreit. Werbungskosten bis 2400 Euro können dann allerdings nicht zusätzlich angesetzt werden.

Einnahmen ab 2.400 Euro

Einnahmen, die über 2.400 Euro hinausgehen sind steuerpflichtig. Allerdings können dann Werbungskosten und Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Allerdings nur dann, wenn sie nicht steuerfrei ersetzt wurden.

Werbungskosten sind Kosten, die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung steuerpflichtiger Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit dienen. Unter Umständen kann auch der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro berücksichtigt werden.

Wichtiger Hinweis

Sofern vor Antritt der Tätigkeit Werbungskosten oder Betriebsausgaben entstehen und die Tätigkeit dann doch nicht ausgeübt wird, können diese Kosten steuermindernd berücksichtigt werden, ohne dass eine Kürzung des Freibetrages vorgenommen wird.

Was passiert, wenn die Einnahmen unter 2.400 Euro liegen und die Ausgaben höher sind als die Einnahmen?

In diesem Falle sind Ausgaben, die die Einnahmen übersteigen als Verlust steuermindernd abzugsfähig.

Wie verhält es sich mit dem Freibetrag?

Der Freibetrag ist ein Jahresbetrag, der nicht zeitanteilig aufzuteilen ist (z. B. bei lediglich einigen Wochen begünstigter Tätigkeit). Soll er für Nachzahlungen über mehrere Jahre hinweg ausgenutzt werden, so gilt das Zuflussprinzip. Das heißt, dass nur die im entsprechenden Jahr zugeflossenen Zahlungen begünstigt sind.

Beispiel: In 2013 wird eine Zahlung für die Jahre 2011, 2012 und 2013 getätigt. Nun kann lediglich der Freibetrag des Jahres 2013 ausgenutzt werden. Die Freibeträge für die Jahre 2011 und 2012 gehen verloren. Das bedeutet, dass die jeweilige Jahresauszahlung (also jedes Jahr einzeln) günstiger ist!

Können andere Steuerbefreiungen zusätzlich in Anspruch genommen werden?

Für Steuerbefreiungen nach § 3 Nr. 12 (Aufwandsentschädigungen, die aus einer Bundes- oder Landeskasse gezahlt werden), 13 u. 16 EStG (Reisekostenvergütungen und Umzugskostenvergütungen) können zusätzlich in Anspruch genommen werden. Dies ist nicht möglich für Steuerbefreiungen nach §3 Nr. 26a EStG (Ehrenamtspauschale).
Übungsleiterpauschale

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Vielen Dank für Ihr Feedback. Ihr Steuerberater aus Köln - Lothar Th. Jasper
20 Kommentare zu “Übungsleiterpauschale – So sparen Sie Steuern!
  1. Daniel sagt:

    Guten Tag,

    muss der Sportverein noch Sozialversicherungsbeiträge auf meine „Aufwandsentschädigung“, welche pro Monat i.H.v. 200€ vergütet wird, bezahlen? Hauptberuflich bin ich Beamter.

    vielen Dank.

    • Hallo Daniel,
      es kommt darauf an, ob die Tätigkeit als Arbeitsverhältnis oder selbständige Tätigkeit ausgestaltet ist. Bei einem Arbeitsverhältnis könnte der Weg über den Minijob in Frage kommen – dann besteht keine Sozialversicherungspflicht. Bei Selbständigen käme die Rentenversicherungspflicht in Frage. M. E. sind die ersten 2.400 EUR = 200 EUR monatlich rentenversicherungsfrei. Darüber hinausgehend gezahlte Beträge unterliegen der Rentenversicherungspflicht.
      Aber hier mein Hinweis: Als Steuerberater bin ich nicht befugt, im Sozialversicherungsrecht zu beraten. Hier sollte im konkreten Fall bei der Rentenversicherung Bund oder einem Rechtsanwalt nachgefragt werden.

  2. Nicole sagt:

    Guten Tag,

    können neben der Übungsleiterpauschale eines Sportvereines auch noch Fahrtkostenerstattungen gewährt werden oder beginnt dann ein Beschäftigungsverhältnis was auch steuerpflichtig ist?

  3. Röttgers sagt:

    Guten Tag,
    wie wird man nach den 2400€ Freibetrag weiter versteuert wenn es vorher eine
    gemeinsame Steuererklärung (ein Alleinverdiener) gab.
    Ehepaar

    Gruß
    Röttgers

    • Guten Tag,
      Übersteigen die Einnahmen den steuerfreien Betrag dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem Zusammenhang stehenden Ausgaben nur insoweit als Betriebsaussgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen. Zur Beantwortung weiterer Fragen unterbreite ich Ihnen gern ein Beratungsangebot. Das Kontaktformular finden Sie hier.

  4. Nils sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für die fundierte Zusammenstellung interessanter Infos zur Übungsleiterpauschale. Eine Frage hätte ich noch:

    Kann ich die ÜLP geltend machen, wenn die ausgeübte Nebentätigkeit meiner Haupttätigkeit entspricht?

    • Hallo Nils,

      das ist eine wirklich gute Frage. Leider gibt es hier unterschiedliche Auffassungen in der Rechtsprechung. Nach einem Urteil wird die Nebentätigkeit zusammen mit der Haupttätigkeit gesehen, so dass die Übungsleiterpauschale nicht in Anspruch genommen werden kann. Nach einem anderen Urteil werden die Tätigkeiten getrennt betrachtet, so dass die Pauschale beansprucht werden kann. Meine Empfehlung: Die Übungsleiterpauschale einfach beim Finanzamt beantragen. Sollte das Finanzamt ablehnen, müssten wir Gegenargumente finden. Dies erfordert allerdings einige Zeit. Ich mache dann gern ein Angebot.

  5. Rainer sagt:

    Fällt eine Tätigkeit bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts als Museumsführer ebenfalls zur Übungsleiterpauschale? Und außerdem eine museumspädagogische Ausübung?

    • Da die Tätigkeit auf die Vermittlung von Kenntnissen gerichtet ist, sollte nichts dagegen sprechen, die Übungsleiterpauschale für beide Tätigkeiten in Anspruch zu nehmen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Jasper Steuerberater Köln

  6. Martina sagt:

    Ich habe 2 Fragen:
    1. Zählt Entspannungstraining auch zu den begünstigten Übungsleitertätigkeiten (dem Sporttrainer zuzurechnen?)
    2. Kann mir mein Arbeitgeber, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, bei der ich als Sachbearbeiterin angestellt bin, eine außerhalb des Arbeitsvertrages erbrachte Übungsleitertätigkeit, als steuerfreie Übungsleiterpauschale vergüten?

    • Das Entspannungstraining würde ich als begünstigte Übungsleitertätigkeit einstufen. Bei der Frage 2 müsste sichergestellt sein, dass die Nebentätigkeit nicht beruflicher Bestandteil der Haupttätigkeit ist.
      Mit freundlichen Grüßen
      Jasper Steuerberater Köln

  7. Hajo sagt:

    Vielen Dank für die Informationen.
    Kann ich die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen, wenn die Auftraggeber Privatpersonen sind und ich direkt von diesen bezahlt werde.
    Vielen Dank in Voraus
    Hajo

    • Hallo Hajo,
      vielen Dank für die Anfrage, die ich wegen Urlaubs leider erst jetzt beantworten kann. Nein, Privatpersonen können Ihnen die Steuerfreiheit nicht verschaffen. Es müssen gemeinnützigen Vereine oder Körperschaften öffentlichen Rechts, wie Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen etc. sein, die den Auftrag vergben. Nur dann kann die Übungsleiterpauschale in Anspruch genommen werden.

  8. Daniel sagt:

    Hallo und vielen Dank für die Zusammenstellung.
    Mich würde interessieren wie es sich bei Dozenten einer staatlich anerkannten Ergänzungsschule (Bereich Medien) verhält. Fallen diese unter die oben genannten „Lehrbeauftragte von Schulen“? Es handelt sich um eine private Einrichtung, die für alle zugänglich ist, es ist jedoch auch eine Kursgebühr fällig.
    Viele Grüße, Daniel

  9. Fuchs, Britta sagt:

    Danke für die interessanten Informationen! Eine Frage bleibt: Kann ich trotz 400,-€-Job die Übungsleiterpauschale steuerlich ausschöpfen oder werden die Beträge addiert und ich muss dann Steuern zahlen?
    Vielen Dank für eine Antwort!
    Britta Fuchs

    • Hallo Britta Fuchs, die Kombination von Minijob und Übungsleiterpauschale ist grundsätzlich möglich. Neben den nunmehr 450 € für einen Minijob können Sie lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei noch monatlich eine Übungsleiterpauschale von 200 € erhalten. Für Arbeitgeber und Vereine ist es wichtig sicherzustellen, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen keine weiteren Minijobverhältnisse oder Übungsleiterjobs eingegangen sind. Allerdings reicht eine dahingehende schriftliche Versicherung nicht aus, die Haftung für Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge zu umgehen.

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